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Dieter Greifenberg Quartett

FINE JAZZ

Dieter Greifenberg und seine Musiker begeisterten im Showpalast
Ein Feuerwerk des Mainstream-Jazz
17.10.2010 | 15:33 Uhr | kn | Uwe Rutzen
Eckernförde. Es war zweifelsohne eine außergewöhnliche
Premiere: Da treffen zwei Menschen aufeinander, die sich
fast 20 Jahre lang nicht gesehen haben. Da begeben sich
vier exzellente Musiker auf die Bühne, die niemals zuvor
gemeinsam agiert haben. Und da sitzt in Piehls Showpalast
ein fachkundiges Publikum, das am Ende vor Begeisterung
völlig aus dem Häuschen ist. Jazz verbindet - mitunter,
wie in diesem Fall, sogar in Perfektion.
Wolfram Greifenberg sei Dank. Der Investor auf der Carlshöhe ist den schönen Künsten seit frühester Jugend verbunden - dem
Folk, dem Musical, aber auch dem Jazz. Und weil Cousin Dieter Greifenberg einer der besten Jazz-Pianisten Nordrhein-Westfalens ist, lag es nahe, die familiären Bande mal wieder etwas enger zu knüpfen und den ortsfernen Verwandten zur ersten Jazz-Veranstaltung in den noch jungen Showpalast nach Eckernförde einzuladen. Dass man sich knapp zwei Jahrzehnte nicht gesehen hat, spielte keine Rolle. Dieter Greifenberg kam gern und brachte gleich noch drei ausgezeichnete Musiker mit: Bassist Emanuel Stanley, Drummer Bernhard Spiess und Sängerin Dian Pratiwi.
Nach dem ersten Instrumentalstück räumte Dieter Greifenberg ein: „In dieser Besetzung stehen wir zum ersten Mal auf der Bühne.“ Schier unglaublich, denn nur wenige Stunden des Probens hatten ausgereicht, um ein Feuerwerk des Mainstream-Jazz zu entzünden. Latin, Swing, Blues und Soul - das professionelle Quartett beherrscht alle Facetten dieser Musik.
Mitreißend unterhaltsam, glänzend improvisierend und vor allem gnadenlos gut. Das lag nicht zuletzt am Bandleader, der die Möglichkeiten seines E-Pianos gefühlvoll ausschöpfte, insbesondere jedoch an der Stimme Balis: Dian Pratiwi, in Indonesien geboren, zählt mittlerweile zu den besten Jazz-Sängerinnen in Deutschland. Stark beeinflusst von Sarah Vaughn, Billie Holiday und Aretha Franklin bringt die zierliche Person alles mit, was eine große Interpretin braucht. Das bewies sie besonders eindrucksvoll in ihren Interpretationen von Hoagy Carmichaels The Nearness Of You oder im Nat-King-Cole-Klassiker Almost Like Being in
Love
. Und so richtig in Fahrt kam das Publikum, als es der Aufforderung des Komponisten Billy Strayhorn folgte: Take The „A“ Train - ein Standard, den Duke Ellington gerühmt gemacht hat und dem Dian Pratiwi einen ganz persönlichen Stempel aufsetzte.